Grundlagen der Reedtechnik
Allgemeine Beschreibung des Reedschalters
Der Reedschalter hat seinen Ursprung in den USA und wurde dort von Bell Labs Ende 1930 entwickelt. Ab 1940 gab es bereits erste Industrieanwendungen für Reedsensoren und Reedrelais. Hauptsächlich in einfachen magnetisch ausgelösten Schaltfunktionen und ersten Modellen von Testgeräten. Ende der 40er Jahre war es die Firma Western Electric, die Reedschalter in Telefonsysteme eingeführte. Selbst heutige Designs nutzen die Vorteile der Reedschalter in derartigen Anwendungen immer noch.
Während dieser Zeit gab es ein Kommen und Gehen von Herstellern. Die meisten haben es geschafft, mit modernen Produktionsmaschinen eine sehr hohe Zuverlässigkeit zu erreichen. Einige wenige machen weiter wie früher, was dem Ansehen des Reedschalters sicherlich nicht positiv zuträgt.
Der weltweite Bedarf an Reedschaltern ist inzwischen auf ca. 1 Milliarde Stück pro Jahr gewachsen: Einsatzgebiet ist das gesamte Spektrum der Elektrotechnik und Elektronik wie Automobilmarkt, Alarmanlagen, Test- und Messgerätemarkt, Hausgeräte, Medizintechnik, Industrieanwendungen.
Beim Reedschalter handelt es sich um ein kleines, aber feines Bauteil. Aufgrund der verwendeten Materialien und hermetisch geschlossenen Bauweise lassen sich Schaltfunktionen in fast allen denkbaren Umweltbedingungen realisieren. Trotzdem sind einige Punkte zu beachten, die auf die Langzeitstabilität eine gravierende Wirkung haben können. So ist die Glas-Metall-Einschmelzzone aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten für die Dichtheit verantwortlich. Ansonsten besteht die Gefahr von Haarrissen mit all den bekannten Konsequenzen. Beim Auftragen des Kontaktmaterials gilt dasselbe: Rhodium oder Rhutenium wird entweder gesputtert oder galvanisch abgeschieden. Ganz egal wie, aber dieser Prozess ist extrem von den äußeren Umweltbedingungen abhängig und sollte am besten in einem Reinraum stattfinden. Genau wie in der Halbleiterindustrie sind fremde Partikel, auch bereits in kleinster Ausprägung, die Quelle für Zuverlässigkeitsprobleme.
Im Laufe der Zeit konnten die Abmessungen von 50mm Länge auf 5mm geschrumpft werden. Dadurch wurden eine Vielzahl neuer Anwendungen entwicklungstechnisch realisiert, besonders im Bereich der Hochfrequenztechnik und Impulsschaltungsanwendungen.
Hier eine Aufstellung über die wichtigsten Merkmale:
- Fähigkeit zum Schalten bis 10 000 Volt
- Schaltströme bis 5 A möglich
- Minimalspannung von 10 Nanovolt können ohne Verluste geschaltet oder transportiert werden
- Ströme von 1 Femtoampere können ohne Verluste geschaltet oder transportiert werden
- Fähigkeit, Signale bis 7 GHz ohne nennenswerte Verluste zu schalten
- Isolationsspannung über den geöffneten Kontakt bis 1015 Ohm
- Kontaktwiderstand im geschlossenen Zustand typ. 50 mOhm
- Verharrt im geöffneten Zustand ohne jegliche externe Leistung
- Bistabile Schaltfunktion möglich
- Schließzeit ca. 100 bis 300A µsec
- Fähigkeit, auch in extremen Temperaturschwankungen zwischen -55 A°C und + 200 A°C zu schalten
- Elemente wie Wasser, Vakuum, Öl, Fett und sonstige aggressive Umwelteinflüssen beeindrucken das Bauteil aus Glas nur in ganz seltenen Fällen
- Schockresistenz bis 200 g
- Einsetzbar bei Vibrationen von 50 Hz bis 2000 Hz bei 30 g
- Lange Lebensdauer. Bei Schaltspannungen unter 5 V (Lichtbogen-Grenze) sind Schaltspiele weit über 10e9 hinaus erreichbar
Verbessertes mechanisches Design, optimierte Harzfüllung, und modernisierte Lasermarkierung
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